Overview

Der Gesamtendenergieverbrauch Deutschlands lag 2017 leicht über dem Niveau von 2000 (+2,8 Mio. t RÖE, d.h. +1,3%). Der größte Verbrauchssektor ist 2017 der Verkehrssektor mit einem Anteil von 28,7% am gesamten Endenergieverbrauch. Der Anteil der Haushalte ist leicht von 29,2% auf 27,7% im Jahr 2017 zurückgegangen, während die Industrie ihren Anteil von 26,2% auf 28,6% erhöht hat (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Endenergieverbrauch nach Sektoren (klimabereinigt)

Source: ODYSSEE

Die Energieeffizienz für Endverbraucher, gemessen am so genannten technischen ODEX, hat sich seit 2000 um etwa 1,3% pro Jahr verbessert. Größere Zuwächse wurden bei den Haushalten verzeichnet (2,2 %/Jahr), gegenüber 1,2 %/Jahr im Verkehrsbereich und 1 %/Jahr im Dienstleistungssektor. Geringere Verbesserungen wurden im Industriesektor verzeichnet (0,8 %/Jahr).

Abbildung 2: Energieeffizienzindex nach Sektoren (technischer ODEX; 2000=100)

Source: ODYSSEE

Der Energieeffizienzfonds (EEF) ist Teil der deutschen "Energiewende", die das Ziel verfolgt, den Primärenergieverbrauch bis 2020 um 20% und bis 2050 um 50% (gegenüber 2008) zu senken. Darüber hinaus soll er die Treibhausgasemissionen (THG) bis 2020 um 40% und bis 2050 um 80 bis 95% reduzieren (Basisjahr 1990). Der Fonds besteht derzeit aus 23 politischen Maßnahmen, darunter Finanzierungsprogramme und Bildungsaktivitäten. Die Mittel stammen vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Die Programme werden von verschiedenen Bundesbehörden oder der KfW verwaltet. Begünstigte sind Unternehmen, Haushalte und Gemeinden. Das zweite übergreifende Programm "Klimaaktionsprogramm 2020" soll die Erreichung des Zwischenziels unterstützen, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 % gegenüber 1990 zu senken. Das Programm umfasst mehrere zusätzliche Maßnahmen, um weitere Potenziale für eine zukunftsorientierte Klimapolitik zu erschließen, z.B. die Reform des Emissionshandels, den Nationalen Aktionsplan für Energieeffizienz und die Strategie für klimafreundliches Bauen und Wohnen.

Tabelle 1: Beispiele für sektorübergreifende Programme

MeasuresNEEAP measuresDescriptionExpected savings, impact evaluationMore information available
Energieeffizienzfonds (EEF)yesDer Fonds zielt darauf ab, die Umsetzung potenzieller Energieeinsparungen in privaten Haushalten, Industrie und Kommunen zu fördern.2020: 2,26 PJLink
Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 yesDieses Programm enthält verschiedene Komponentenm, die die Erreichung der Klimaziele Deutschlands für das Jahr 2020 zu erreichen.2020: 62 – 78 Mt CO2Äq.Link
Source: MURE

Buildings

Wie aus Abbildung 3 hervorgeht, ist der Energieverbrauch pro m² für die Raumheizung in den Haushalten seit dem Jahr 2000 um 30 % gesunken, von 17,4 koe/m² auf 12 koe/m² im Jahr 2017. Während der Verbrauch pro Wohnung für die Warmwasserbereitung von 2000 bis 2017 um 46 % zunahm (von 0,19 toe/dw auf 0,27 toe/dw), blieb der Verbrauch für Geräte und Kochen nahezu konstant. 

Abbildung 3: Energieverbrauch für Raumwärme pro m²

Source: ODYSSEE

Abbildung 4: Endenergieverbrauch nach Anwendungen in Haushalten

Source: ODYSSEE

Der gesamte Endenergieverbrauch der Haushalte war 2017 um etwa 4 Mio. t RÖE niedriger als 2000. Zwei Hauptfaktoren trugen zum Anstieg des Energieverbrauchs bei - mehr Wohnungen (6 Mio. tRÖE) und Lebensstile (8 Mio. tRÖE, bedingt durch ein größeres Haus und mehr Geräte pro Wohnung). Im Gegenteil, die Energieeinsparungen verringerten den Verbrauch um etwa 24 Mio. t RÖE.  

Abbildung 5: Zerlegung der Änderung des Energieverbrauchs der Haushalte nach Haupttreibern

Source: ODYSSEE

Der Endenergieverbrauch pro Mitarbeiter sinkt von 2000 bis 2017 kontinuierlich um 1,3% pro Jahr. Der spezifische Stromverbrauch ging mit 0,7% pro Jahr langsamer zurück und blieb in den letzten 10 Jahren relativ konstant.

Abbildung 6: Gesamtenergie- und Stromverbrauch pro Mitarbeiter (klimabereinigt)

Source: ODYSSEE

Um das Ziel eines nahezu klimaneutralen Gebäudebestandes in Deutschland bis 2050 zu erreichen, wurde eine Reihe von Programmen zur Unterstützung der Einführung nachhaltiger Gebäude, gleichermaßen an bestehenden und neuen Gebäuden, aufgelegt. Mehrere Programme, wie das CO2-Gebäudesanierungsprogramm und das Marktanreizprogramm zur Förderung erneuerbarer Energien, werden bereits umgesetzt und viele weitere bestehende oder geplante Maßnahmen bilden die Grundlage für klimafreundliche Gebäude. 

Im Jahr 2016 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) das Energieeffizienz-Incentive-Programm (APEE) aufgelegt. Dieses Programm stellt in den nächsten 3 Jahren insgesamt 165 Millionen Euro pro Jahr in Form von zinsgünstigen Darlehen und Zuschüssen für die Modernisierung von Heizungs- und Lüftungsanlagen in Wohnungen zur Verfügung. Die jüngste Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV), die 2014 in Kraft getreten ist, sieht unter anderem eine Erhöhung der Anforderungen vor, die 2016 in Kraft getreten ist: Der jährliche Primärenergieverbrauch bei Neubauten wird wieder gesenkt und die Anforderungen an die Mindestwärmedämmung der Gebäudehülle um durchschnittlich 20 Prozent reduziert. Die energetischen Anforderungen für Neubauten sind daher seit 2016 verschärft worden.

Tabelle 2: Beispiele für Maßnahmen und Programme im Gebäudesektor

MeasuresDescriptionExpected savings, impact evaluationMore information available
Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE)Förderung von Modernisierungen von Heizungs- und Lüftungsanlagen2020: 7 PJ 2030: 13 PJLink
Energieeinsparverordnung (EnEV)Verschärfung der Anforderungen an Neubauten hinsichtlich Primärenergieverbrauch und Wärmedämmung2020: 44,8 PJ 2030: 115,2www.bmub.bund.de/P3427/
Source: MURE

Transport

Der Endenergieverbrauch im Verkehrssektor wird mit 56% des Gesamtverbrauchs im Jahr 2017 von Autos dominiert. Der Anteil des Straßengüterverkehrs blieb nahezu konstant (24%), während der Schienenverkehr von 3,3% auf 1,9% zurückging. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil des Luftverkehrs, einschließlich des internationalen Verkehrs, von 11,7% auf 15,5%.

Figure 7: Energieverbrauch nach Verkehrsmitteln

Source: ODYSSEE

Im Jahr 2017 machte der Pkw 84,4% des Personenverkehrs aus, gefolgt von der Bahn mit 10% und nur 5,6% für den Bus. Der Anteil des Pkw blieb im Vergleich zum Jahr 2000 relativ konstant, während der Anteil der Bahn leicht um 1,1 %-Punkte anstieg.

Abbildung 8: Anteile der Verkehrsmittel am Energieverbrauch des Personenverkehrs

Source: ODYSSEE

Der Straßengüterverkehr macht 73% des gesamten Güterverkehrs im Jahr 2017 aus, 2,5%-Punkte mehr als im Jahr 2000. Der Anteil des Schienengüterverkehrs am Güterverkehr stieg stark um 2,5%-Punkte, während der Anteil des Wasserverkehrs um 5%-Punkte auf 8% zurückging. 


Abbildung 9: Anteile der Verkehrsmittel am Energieverbrauch des Frachtverkehrs

Source: ODYSSEE

Der Gesamtendenergieverbrauch Deutschlands im Verkehrssektor lag 2017 fast auf dem gleichen Niveau wie 2000 (+0,1 Mio. t RöE). Der zunehmende Personen- und Güterverkehr trug dazu bei, den Verbrauch um 14 Mio. t RöE zu erhöhen. Dieser Trend wurde durch Energieeinsparungen (12 Mtoe) ausgeglichen. Die Verkehrsverlagerung hatte einen leicht zunehmenden Effekt von 0,4 Mtoe, während andere Effekte zu einem Rückgang von fast 3 Mtoe führten.

Abbildung 10: Zerlegung der Änderung des Energieverbrauchs im Verkehr nach Haupttreibern

Source: ODYSSEE

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Verkauf von neuen Elektrofahrzeugen durch eine Umweltprämie zu fördern. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur Verringerung der Luftverschmutzung geleistet und gleichzeitig die Nachfrage nach umweltfreundlichen Elektrofahrzeugen um mindestens 300.000 Fahrzeuge erhöht. Die Förderung unterstützt die schnelle Verbreitung von Elektrofahrzeugen auf dem Markt. Die Umweltprämie beträgt 2.000 Euro für ein reines Batterie-Elektrofahrzeug (BEV) oder ein Brennstoffzellenfahrzeug (keine lokalen CO2-Emissionen) und 1.500 Euro für ein extern aufladbares Hybrid-Elektrofahrzeug (PHEV) (weniger als 50 g CO2-Emissionen pro km).

Tabelle 3: Beispiel für Maßnahmen im Verkehrssektor

MeasuresDescriptionExpected savings, impact evaluationMore information available
UmweltbonusPrämie für die Neuanschaffung von Elektrofahrzeugen, aufladbaren Hybridelektrokraftfahrzeugen und Wasserstoff-/Brennstoffzellenfahrzeugen.2020: 0,5 Mt CO2Äq. 2030: 0,2 Mt CO2Äq. (direct emission reductions)Link
Source: MURE

Industry

Der Gesamtverbrauch des Industriesektors stieg von 59,3 Mio. tRÖE im Jahr 2000 auf 65,7 Mio. tRÖE im Jahr 2017 (+11%). Der Verbrauch der chemischen Industrie stieg in diesem Zeitraum um 34 %, während der Energieverbrauch des Zellstoff- und Papiersektors um 22 % zunahm. Der Energieverbrauch der anderen Industrien stieg um 17%.

Abbildung 11: Endenergieverbrauch nach Branchen in der Industrie

Source: ODYSSEE, steel including blast furnaces

Der spezifische Verbrauch der Stahl- und Papierproduktion blieb im Jahr 2017 auf dem Niveau von 2000, allerdings mit einigen Schwankungen, mit einem Anstieg aufgrund von Kapazitätseffekten bei geringer Auslastung der Produktionskapazitäten.

Abbildung 12: Spezifischer Verbrauch energie-intensiver Produkte (2000=100)

Source: ODYSSEE

Der Anstieg des Energieverbrauchs der Industrie um 7 Mio. tRÖE zwischen 2000 und 2017 wurde hauptsächlich durch den Wandel der industriellen Tätigkeit (14,5 Mio. tRÖE) angetrieben. Dieser Effekt wurde durch Energieeinsparungen (-8,4 Mio. tRÖE) und strukturelle Veränderungen hin zu weniger intensiven Branchen ausgeglichen, die ihren Beitrag zur industriellen Wertschöpfung erhöhten (-7 Mio. tRÖE). 

Abbildung 13: Zerlegung der Änderung des Energieverbrauchs in der Industrie nach Haupttreibern

Source: ODYSSEE

Das Förderprogramm "Energieberatung in KMU" unterstützt eine qualifizierte Energieberatung, die Einsparpotenziale und Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz kleiner und mittlerer Unternehmen aufzeigen soll. Außerdem hat die Bundesregierung 2014 eine Vereinbarung mit Branchenverbänden und Organisationen zur bundesweiten Einführung von Energieeffizienz-Netzwerken unterzeichnet. Sie will bis 2020 rund 500 neue Netzwerke initiieren, die die Steigerung der Energieeffizienz in Industrie, Gewerbe und Handel unterstützen sollen.


Table 4: Beispiele für Programme und Maßnahmen in der Industrie

MeasuresDescriptionExpected savings, impact evaluationMore information available
Energieberatung MittelstandFörderung von Energieberatungen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)2020: 34,5 PJ 2030: 40,1 PJLink
Initiative Energieeffizienz-NetzwerkeZiel ist die Initiierung von 500 neuen Netzwerken zur Steigerung der Energieeffizienz in Industrie, Handwerk, Handel und Gewerbe.2020: 15,8 PJ 2030: 54,3 PJLink
Source: MURE